Starke Frauen und ihre Gefühle
Warum wir häufig den Kontakt zu unseren Gefühlen verlieren
Die Frauen des 20. und 21. Jahrhunderts. Nach außen stark, organisiert und belastbar. Multi-Tasking-Wundermaschinen, die gefälligst mühelos und wie selbstverständlich Rollen bedienen.
Sie funktionieren im Alltag, tragen Verantwortung, kümmern sich um andere und halten vieles gleichzeitig zusammen.
Doch die Kehrseite der Medaille zeigt, wie zunehmend leer, abgeschnitten oder emotional erschöpft viele dieser Frauen sind.
Der Verlust des Zugangs zu den eigenen Gefühlen passiert oft schleichend – und hat weniger mit Schwäche zu tun, als viele denken.
Irgendwann drängen sich Fragen auf wie:
„Wo ist meine Freude eigentlich geblieben?"
"Wo bin ICH eigentlich in dem ganzen geblieben?"
Wenn Funktionieren wichtiger wird als Fühlen
Viele Frauen haben früh gelernt, zuverlässig zu sein, Leistung zu bringen, Konflikte zu vermeiden und „stabil“ zu wirken. So wurde uns das beigebracht - egal, ob wir später Karriere im Haushalt oder im Konzern machen.
Zu viel zu fühlen und diesen Gefühlen auch noch Ausdruck zu verleihen, bekommt bis heute den Stempel "sehr emotional" und tätowiert nicht nur eine Situation, sondern gleich die ganze Frau.
Gefühlsschublade auf - Frau rein - Gefühlsschublade wieder zu.
Um also Respekt und Akzeptanz sowie Harmonie zu bewerkstelligen, haben Frauen Gefühle unbewusst zurückgestellt.
Vom Einfluss patriarchaler Strukturen und entsprechenden Frauenbildern will ich gar nicht erst anfangen. Zu emotional, das Thema. 😉
Die Frage "wie fühle ich (mich)?" wich also der Frage "was muss getan werden?" - ganz egal, wie wir Frauen uns gerade fühlen.
Die heutige Zeit verstärkt diese Entwicklung
Auch unsere Zeitqualität trägt dazu bei, dass viele Frauen den Kontakt zu sich selbst verlieren.
Traditionelle Rollenbilder wurden verdrängt von einer schrägen und absurden Vorstellung einer modernen Frau.
Jene, die dauerhaft erreichbar ist, Leichtigkeit und Flow als #workingmom oder #moneymindsetterin auf Social Media verkörpert und spielerisch Hausfrau, Mutter, Karrieristin, Leistungssportlerin, Ehefrau und Geliebte ist.
Kurzum: hohe Erwartungen und ständiger Vergleich erzeugen verheerenden, subtilen Druck. Viele Frauen erleben:
- mentale Überlastung,
- Reizüberflutung,
- emotionale Erschöpfung, obwohl fühlen verbannt wurde
Gleichzeitig bleibt oft null Raum für:
- Stille,
- ehrliche Selbstwahrnehmung,
- Langsamkeit,
- oder echte emotionale Verarbeitung.
Der Kopf funktioniert weiter – aber das innere Erleben wird immer leiser.
Bis möglicherweise irgendwann der Körper versagt.
Woran wir erkennen können, dass wir den Kontakt zu unseren Gefühlen verlieren
Typische Anzeichen sind:
- emotionale Taubheit
- ständiges Grübeln
- schnelle Überforderung
- Schwierigkeiten, Bedürfnisse wahrzunehmen
- das Gefühl, zu funktionieren statt zu leben
- Rückzug oder innere Distanz in Beziehungen
Viele von uns haben gelernt, stark zu wirken – aber nicht, sich selbst emotional zu halten.
Warum Gefühle wichtig sind
Gefühle sind keine Schwäche. Sie sind innere Orientierung.
Wer dauerhaft den Zugang zu den eigenen Emotionen verliert, verliert oft auch:
- Klarheit,
- Grenzen,
- Lebendigkeit,
- echte Verbindung zu sich selbst.
Innere Stärke bedeutet nicht, nichts zu fühlen, sondern Gefühle wahrnehmen zu können, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
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3 Wege, um wieder in Kontakt mit den eigenen Gefühlen zu kommen
Gefühle zulassen - nicht wegschieben
Nichts ist echter als ein Gefühl. Geben wir ihnen Raum, sie wahrzunehmen, können sie uns nicht irgendwann überwältigen.
- Mehrere Mikro-Momente täglich ohne Reize von Außen
- ein CheckIn: "wie geht es mir gerade wirklich?"
- die ehrliche Frage: "was brauche ich im Moment?"
können helfen, sich wieder bewusster zu spüren.
Gefühle nicht sofort analysieren
Wir wollen gerne immer alles verstehen und kontrollieren.
Gefühle wollen aber zuerst gefühlt werden, nicht erklärt.
Hilfreich kann sein:
- Empfindungen im Körper wahrnehmen
- benennen
- nicht bewerten
- präsent bleiben
Dies schafft meist Verbindung zu sich selbst.
Räume schaffen ohne Funktionssdruck
Heilung entsteht selten dort, wo wir performen müssen
Wichtig sind Räume ohne Erwartungen, ohne Rolle und ohne Muss.
Das können sein:
- Natur und Stille
- Retreats
- bewusste Begleitung
Gerade im 1:1 Coaching erleben Frauen zum ersten Mal seit langer Zeit:
"Ich muss hier nichts leisten, um gesehen zu werden."
Warum 1:1 Coaching helfen kann
Manche Prozesse lassen sich schwer allein lösen – besonders wenn das Funktionieren über viele Jahre zum Normalzustand geworden ist.
Im 1:1 Coaching bei HerzPunktNull entsteht ein geschützter Raum für:
- innere Klarheit,
- emotionale Selbstwahrnehmung,
- mentale Entlastung,
- und die Rückverbindung zu dir selbst.
Nicht durch „höher, schneller, besser“ – sondern durch bewussteres Wahrnehmen dessen, was in dir wirklich da ist.
Fazit
Viele starke Frauen verlieren nicht ihre Gefühle, weil sie zu wenig fühlen, sondern weil sie zu lange stark sein mussten. Stark sein, um einen Platz in einem System einzunehmen, das sie daraufhin hinterfragt haben, ob es korrekt für sie ist.
Der Weg zurück beginnt oft nicht mit Veränderung im Außen. Er beginnt mit einer ehrlichen Rückverbindung nach innen.
Denn echte Stärke entsteht nicht dort, wo wir uns dauerhaft kontrollieren, sondern dort, wo wir uns selbst wieder begegnen können.
Echte Stärke liegt in der Fähigkeit, seine Gefühle als Teil des Selbst spüren zu können und auf selbstbewusste Art nach Außen tragen zu können - ohne Angst vor Urteilen anderer.
1:1 Coaching für mehr innere Klarheit und emotionale Verbindung
Wenn du das Gefühl hast, nur noch zu funktionieren und dich selbst kaum noch zu spüren, begleite ich dich gerne im Rahmen eines persönlichen 1:1 Coachings – online oder vor Ort.